Monatsspruch für September

Besser eine Hand voll mit Ruhe, als beide voll mit Mühe und Haschen nach Wind.

Kohelet 4,6

Als ich Kind war gab es keine großen Pläne, auch selten kleine. Das Wichtigste in den Ferien war auszuschlafen und dann draußen seine Freunde zu treffen. Die waren so wie ich auch immer da. Meine Mutter sah mich dann zum Mittag- und zum Abendessen wieder. Dazwischen streiften wir durch den Wald, den Ort und die Nachbargärten. Wir erfanden Spiele, bauten Seifenkisten und Baumhäuser. Bei Regen malten wir Plakate, bastelten Fernrohre, fuhren auf Kissenbooten durch Abenteuergeschichten.

Nun sitze ich mit meinen Kindern am Frühstückstisch, wie immer kommt die Frage: Was machen wir heute? Und wenn ich nichts vorschlage oder nach eigenen Ideen frage, schaue ich in verwirrte Gesichter. Unsere Kinder können mit freier Zeit und Langeweile nicht mehr umgehen. Wie auch?

Wir Erwachsenen leben ihnen vor, dass jedes Stückchen unserer Zeit verplant ist. Der volle Terminkalender ist zu Statussymbol geworden, er zeigt, wie wichtig ich bin. Auch vor kirchlichen Kreisen hat das nicht halt gemacht. Die Kollegen sind abgehetzt, der digitale Kalender doppelt belegt, wenn etwas ausfällt, steht schon der nächste Termin in den Startlöchern.

Als ich da so am Frühstückstisch sitze und die Kinder vor Langeweile anfangen den Wohnzimmertisch in eine Spielhöhle umzubauen, frage ich mich, wann das alles angefangen hat. Mir kommt der Verdacht, dass es etwas mit dem Sprichwort „Zeit ist Geld“ zu tun hat. Ein Versuch die Zeit den Gesetzen den Marktes zu unterwerfen, sie zu managen.

Dabei geht es um Effektivität, immer mehr in Tage und Stunden hinein zu stopfen. Sowohl in die Arbeitszeit, als auch in die Freizeit. Familienzeiten, Yogastunden, Mädelsabende werden genauso geplant, wie berufliche Termine und natürlich sollten sie genauso pünktlich beginnen und enden.

Wie gut tut es da, wenn ein Mensch mir gegenübersitzt, der Ruhe ausstrahlt und Zeit für mich hat, ganz ohne Limit. Das Kinderbuch „Momo“ von Michael Ende erzählt da von einem besonderen Mädchen.

Plastik "Momo" von Ulrike Enders am Michael-Ende-Platz in Hannover.
Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Sculpture_Momo_Ulrike_Enders_Michael-Ende-Platz_Hanover_Germany.jpg

Eines Tages taucht Momo plötzlich am Rand der großen Stadt auf und fasziniert ihre Nachbarn mit einer besonderen Gabe: Sie kann zuhören wie niemand anderer. Am Ende rettet sie die Menschen, weil sie ihnen die Zeit zurückbringt, die ihnen die „grauen Herren“ gestohlen haben.

Durch ihr Zuhören gibt sie anderen das Gefühl einzigartig und besonders zu sein. Menschen verstehen, dass sie nicht ständig etwas leisten müssen, sondern ganz im Hier und Jetzt sein können. „Denn jeder Mensch hat seine Zeit. Und nur solang sie wirklich die seine ist, bleibt sie lebendig“, heißt es.

Ich wünsche uns und unseren Kindern für diesen Sommer, dass wir einfach mal wieder unsere Zeit verschwenden können, ohne Pläne, einfach mittendrin sein und spüren können wie sich unsere Hände füllen.

Ihre Pfarrerin Sarah Zeppin.

Helfer für den Fledermaus-Putz gesucht

Für den Fledermaus-Putz in der Stadtkirche Leutenberg werden Helferinnen und Helfer gesucht. Zusammen mit Vertretern vom Naturpark Thüringer Schiefergebirge Obere Saale soll der Dachstuhl der Kirche vom Fledermauskot befreit werden.

Interessenten melden sich bitte im Pfarramt. Der genaue Termin und Ablauf werden später bekannt gegeben.

Vortrag „Gotteshäuser – Lebensraum bedrohter Arten“

Am Dienstag 18. August um 17 Uhr gibt es in der Stadtkirche einen Vortrag zum Thema „Gotteshäuser – Lebensraum bedrohter Arten“.

Der Dozent Ralf Hiller von der „Fachgruppe Ornithologie & Artenschutz Unteres Schwarzatal“ wird uns in seinem Vortrag bedrohte Tierarten der Region (Turmfalke, Fledermaus, Dohle, usw.) vorstellen und wie Kirchengebäude dabei helfen können, die bedrohten Tierarten wieder anzusiedeln.

Er wird mit seiner langjährigen Erfahrung von konkreten Projekten und Beringungsaktionen im Landkreis, aber auch in der Stadtkirche Leutenberg berichten.

Stadtfest – 700 Jahre Leutenberg

In der Woche vom 16. bis 24. August feiert Leutenberg sein 700jähriges Stadtjubiläum. Auch die Kirchgemeinde will sich hier aktiv beteiligen.

Der Eröffnungsgottesdienst findet am Sonntag 16. August 10.00 Uhr statt und wird Posaunenchor Leutenberg, dem Kirchenchor Eichicht-Leutenberg und von Kindergartenkindern des Kindergartens Zwergenparadies ausgestaltet.

Am Dienstag 18. August um 17 Uhr gibt es in der Stadtkirche einen Vortrag zum Thema „Gotteshäuser – Lebensraum bedrohter Arten“.

Als Kirchgemeinde werden wir uns auch am Festumzug am 22. August ab 13.30 Uhr beteiligen. Deshalb bitten wir alle Gemeindeglieder, die gern die Kirchgemeinde zum Umzug vertreten wollen, sich im Pfarramt zu melden.

Konzert in der Steinsdorfer Kirche

Herzliche Einladung zum Konzert von GäKos am Freitag 24. Juli 2026 um 19 Uhr in der Steinsdorfer Kirche. Die Musikerinnen Judith und Tina präsentieren Hits von gestern und heute.

Der Eintritt ist frei.

Rückblick Kinderkirchennacht

Zum zweiten Mal durften Christenlehrekinder in unserer Kirche übernachten!

Die Jungen und Mädchen verbrachten einen abwechslungsreichen Tag mit Singen, Erzählen, Gestalten und natürlich viel Spielen. Gestärkt mit selbstgemachter Pizza schlugen wir abends unsere Betten und Schlafsäcke in der Kirche auf, ließen den Tag Revue passieren und hatten eine gute Nacht in diesen besonderen Räumen.

Am Morgen feierten wir noch eine kleine Andacht, bei der wir unsere Kunstwerke zu Jahreslosung „Gott spricht: Siehe ich mache alles neu!“ (Off. 21,5) noch einmal bewunderten und besprachen.

In der Festwoche im August werden diese auch in der Kirche ausgestellt sein.

Rückblick: Bergmannstag Lehesten

Am Sonntag, den 05.07.2026, fand in Lehesten der Festgottesdienst zum Bergmannsfest statt. Pfarrer Gindler zog mit den Bergleuten in ihren traditionellen Uniformen in die Sankt Aegidien Kirche ein und wurde vom Lehestener Kirchenchor mit dem Bergmannslied „Glück Auf“ begrüßt.

Pfarrer Gindler würdigte in seiner Predigt nicht nur die schwere Arbeit der Bergleute, er zeigte auch mit Schieferdeckerhammer und Schieferstein in der Hand, dass Tradition wichtig ist und bewahrt werden muss.

Besonders schön war es, dass auch 6 Gnadenkonfirmanden begrüßt werden konnten. Nach 70 Jahren kehrten sie an den Ort ihrer Konfirmation zurück und erhielten von Pfarrer Gindler ihre Urkunden und den Segen.Der Chor untermalte den Gottesdienst mit wunderbaren Gesängen, dafür den Sängerinnen und Sängern ein ganz herzliches Dankeschön!

Pfarrer i.R. Peter Hoffmann und seine Frau wurden im Gottesdienst mit einem herzlichen Dankeschön gewürdigt. Seit 15 Jahren ist er bereits im Ruhestand und trotzdem immer noch für die Kirchgemeinde unermüdlich im Einsatz.

Er hält Gottesdienste, Gemeindenachmittage, ist für alle jederzeit ansprechbar und hat für jeden ein offenes Ohr.

Die Kirchgemeinde wünscht ihm und seiner Familie weiterhin viel Gesundheit, Schaffenskraft und Elan!

Rückblick: Sommermusik des Posaunenchores

In diesem Jahr erwartete uns eine besondere Sommermusik mit einem abwechslungsreichen Ritt durch die Musikgeschichte.

Der Posaunenchor, besonders Stephan Thiele, bereitete eine wunderbare Auswahl an Musikstücken und ein ansprechendes Banner vor. Sowohl hörend als auch singend reiste die Gemeinde durch die Zeit und belohnte den Posaunenchor mit einem großen Applaus.

Am Ende durften auch die drei Jungbläser ihr Können zeigen. Es war schön zu hören, dass die Kirchenmusik auch in Leutenberg Zukunft hat.

Sommermusik des Leutenberger Posaunenchores

Eine Zeitreise in Tönen

Was läge näher als mit Pauken und Trompeten das 700-jährige Jubiläum der Stadt Leutenberg mitzufeiern?

Anlässlich des Leutenberger Stadtjubiläums werfen die Bläser des Leutenberger Posaunenchores in ihrer diesjährigen Sommermusik einen Blick auf die Musikgeschichte der vergangenen 700 Jahre.

Erklingen sollen Lieder und Musikstücke, die in diesen Jahren bekannt und populär waren. Sie werden bekannte Melodien von Georg Friedrich Händel, Joseph Haydn oder Felix Mendelssohn Bartholdy wiedererkennen. Andere sind eher etwas für Musikliebhaber, zum Beispiel von Michael Praetorius, Henry Purcell oder Edvard Grieg. Musik von Emilie von Schwarzburg-Rudolstadt wird als lokale Referenz erklingen und als Beispiel für die Moderne Lieder der Beatles.

Posaunenchor Leutenberg
Foto: Andrea Naucke

Dieser Rückblick macht das diesjährige Programm der Sommermusik zu einer sehr abwechslungsreichen Veranstaltung.

Einen Namen der vielen nicht sehr geläufig ist, wollen wir etwas näher beleuchten. Johannes Kuhlo heißt der Mann, aus dessen Posaunenchorbuch „Rühmet den Herren“ wir regelmäßig Stücke beispielsweise für Geburtstagsständchen spielen.

Er lebte von 1856 bis 1941 und zählt zu den Begründern der Posaunenchorarbeit nicht nur in Deutschland. Für ihn war die Musik der Posaunenchöre ein elementarer Bestandteil christlicher Verkündigung.

Ihm ist es zu verdanken, dass die Stimmung der Instrumente mit den Orgeln in den Kirchen harmoniert. Er vereinfachte die Notenschreibung und gab ihr den vierstimmigen Satz, den wir bis heute meist verwenden. Seine Notenbücher zählen zur Standardliteratur in den kirchlichen – zumeist evangelischen – Posaunenchören.

Es gibt davon schätzungsweise mehr als 6000 mit ungefähr 100.000 Bläsern in ganz Deutschland. Auch in der Leutenberger Kirchgemeinde lebt diese Tradition seit mehr als 50 Jahren.

Der Leutenberger Posaunenchor lädt herzlich ein zu seinerSommermusik am Samstag, dem 27. Juni um 18:00 Uhr in die Stadtkirche Leutenberg.

Das Motto „Rühmet den Herren mit Posaunen“ finden wir in Psalm 150. Aber wir nehmen auch Tenorhörner, Trompeten, Bässe und Trommeln dazu. Vielstimmig soll Gottes Lob erklingen.